Presse

20 Jahre Behinderte helfen Nichtbehinderten

20 Jahre Behinderte helfen Nichtbehinderten –
ein ganz besonderer Jubiläumsabend im SpOrt Stuttgart

Am Abend des 20.10. feierte der Verein Behinderte helfen Nichtbehinderten (BhN) sein 20-jähriges Jubiläum im Atrium im Haus des SpOrt. Die rund 150 anwesenden Gäste bekamen dabei mit inklusivem Trampolinspringen, Rollstuhlfechten, Turnchoreographie eines blinden Athleten am Turnbarren, Rollstuhlbasketball und Kletterkunst ein Programm geboten, dass an Vielseitigkeit und Einzigartigkeit kaum zu überbieten ist. Eingeladen hatte der Württembergische Behinderten- und Rehabilitationssportverband (WBRS) als langjähriger Kooperationspartner von BhN. Moderiert wurde der Abend von Matthias Berg, selbst mehrfacher Paralympics-Sieger und regelmäßig der ZDF-Experte und Co-Moderator der Fernsehübertragungen von den Paralympics.

BhN oder: Von Menschen mit Behinderung lernen – gelebte Inklusion

Der Verein BhN ermöglicht mit seiner Projektidee einen Blickwechsel zum Thema Inklusion, zum Miteinander von sog. „Nichtbehinderten“ und „Behinderten“. Referentinnen und Referenten mit Behinderung führen regelmäßig Aktionen in Schulen und anderen Einrichtungen durch. „Von Menschen mit Behinderung lernen“ ist ein Projekt im Sinne einer deutlichen Weiterentwicklung von Inklusionsbemühungen.
Um 17 Uhr eröffnete WBRS Präsident Karl Weinmann den Abend im Atrium des SpOrts und freute sich mit Herrn Ulrich Derad in dessen Funktion des Hauptgeschäftsführers des Landesssportverbands Baden-Württembergs, Jürgen Scholz als Präsident des Württembergischen Leichtathletikverbands und Hans-Peter Haag, als Vertreter des Kultusministeriums Baden-Württemberg, gleich mehrere prominente Personen aus der Sportpolitik begrüßen zu dürfen. Mit Andrea Rothfuss (Ski Alpin), Christoph Burkard (Schwimmen) und Uwe Herter (Bogensport) befanden sich auch noch drei erfolgreiche Paralympics-Teilnehmer unter den Zuschauern.

Sportler begeistern mit ihren Fähigkeiten

Den Beginn machten an diesem Abend der gelebten Inklusion die „Trampolinis“ mit einer einstudierten Choreographie auf dem Trampolin. Menschen mit körperlicher, geistiger und ohne Behinderung zeigten auf spektakuläre Weise wie faszinierend gemeinsames Sporttreiben sein kann. Für frenetischen Beifall sorgte vor allem der Auftritt einer jungen Rollstuhlfahrerin, die gemeinsam mit Ihrem stehenden Trainer auf dem Trampolin verschiedene Kunstsprünge zeigten. Im Anschluss daran stand dann Rollstuhlfechten auf dem Programm. Mit Esther Weber, Paralympics-Siegerin von 1992 und Felix Schrader, aktueller U17 WM-Teilnehmer vom SV 1845 Esslingen, standen sich zwei Fechter aus ganz unterschiedlichen Generationen gegenüber. Besonders beeindruckend war hierbei die Schnelligkeit und Beweglichkeit der beiden Degen-Spezialisten. Zu welchen sportlichen Leistungen Menschen mit Sehbehinderung in der Lage sind, demonstrierte dann der vollblinde, 22 Jahre junge Kim Kuttig von der Nikolauspflege gemeinsam mit seinem Trainer Benjamin Zoll am Turnbarren. Mit traumwandlerischer Sicherheit turnte der junge Mann seine Choreographie vor und faszinierte die Zuschauer mit seiner Kombination aus Kraft und Eleganz Zu den absoluten „Klassikern“ m Behindertensport zählt mittlerweile Rollstuhlbasketball als eine der inklusivsten Sportarten überhaupt. So können zum einen Menschen mit und ohne Behinderung, als auch Frauen und Männer in einer Mannschaft zusammen antreten. Gemeinsam mit Werner Rieger, BhN-Referent und Rollstuhlbasketball-Trainer zeigten die Schüler der Margarete-Steiff-Schule ihr Können am Ball. So findet unter der Leitung des Gemeinschaftserlebnis Sport (GES) einmal pro Woche eine inklusive Rollstuhlbasketball-AG an dieser Schule statt – pünktlich zum 20-jährigen Jubiläum von BhN bekamen die Schüler nun die Chance Ihr Können vor großem Publikum zu beweisen zu dürfen.

Kletterkünstler Carismo fasziniert Zuschauer aus schwindelerregender Höhe

Für ein weiteres Highlight sorgte dann auch der letzte Auftritt des Abends. Der Artist, Zauberer und Zirkuspädagoge Carismo alias Martin Bukovsek verzauberte die Gäste mit seiner Darbietung am Vertikaltuch. Nur an einem Tuch von der Decke im Haus des SpOrts hängend, seilte sich der Künstler Stück für Stück in die Nähe der Zuschauer ab. Mit diesem musikalisch untermalten letzten Programmpunkt fand dieser bunte Abend dann auch noch einen ganz besonders schönen Abschluss.

Gemeinsam große Sprünge wagen
20 Jahre „Behinderte helfen Nichtbehinderten“ – Verein feiert im Haus des Sports Jubiläum
(Zeitungsartikel hier klicken zum lesen)

ZDF-Fernsehteam filmt Rollstuhlfahrerin Kerstin Abele

Schwäbische Post | 9. Januar 2014

5b in den 19-Uhr-Nachrichten

ZDF-Fernsehteam filmt Rollstuhlfahrerin Kerstin Abele in der Realschule auf dem Galgenberg

Dreharbeiten auf dem Stundenplan: Ein Fernsehteam des ZDF hat die Aalener Rollstuhlfahrerin Kerstin Abele am Mittwochmorgen bei ihrem Unterrichtsbesuch in der Galgenbergrealschule begleitet. Die 5b legte ihre Scheu vor der Kamera schnell ab.

Im Vordergrund sieht man das Kamera-Rollstuhlgespann und Kerstin Abele, im Hintergrund die aufmerksame Klasse.

ALEXANDER GÄSSLER

Aalen. Wie ist der Unfall passiert, der zu ihrer Querschnittlähmung führte? Wie steigt sie ins Auto und wie fährt sie damit? Welche Probleme hat sie beim Einkaufen oder im Urlaub? Hat sie Kinder oder Haustiere? Derlei Fragen ist Kerstin Adele gewohnt. Dass sie bei ihren

Besuchen in Schulklmsen von einer Kamera begleitet wird, ist dagegen Premiere für die Aalenerin, die an der Realschule auf dem Galgenberg sozusagen Stammgast ist. „Sie ist regelmäßig bei uns“, sagt Rektorin Heike Rieger-Schlenkemlann. Zuerst steht immer eine Stunde Theorie auf dem Stundenplan, dann dürfen die Schüler im RolstuHparcours ihre Runden drehen.

Kerstin Abele war 24 als sie mit dem Falnnad verunglückte. Beim Stwz auf einen Autoanhänger durchtrennte der achte Brustwirbel das Rückenmark. Mit Ihren Unterrichtsbesuchen will sie den Kindem vermitteln, dass Rollstuhlfahrer so viel Spaß am Leben haben können, wie „Fußgänger“. Mit einer Quersclulittlähmung sei das Leben nicht zu Ende, betont sie. Übrigens: Verreisen ist mit dem Flugzeug einfacher als Busfahren oder Bahnfahren, wie sie sagt. Und im Auto bremst sie mit einem Bremsknauf und beschleunigt mit einem elektronischen Gasring am Lenkrad. Beim Einkaufen benutzt sie eine Umhängetasche statt eines Einkaußwagens. Haustiere und Kinder hat sie nicht. Dafür ist sie sehr sportlich, schwimmt gern und radelt viel mit dem „Handbike“.

Durch ihr Engagement im Verein Behinderte helfen Nichtbehinderten ist ZDF-Reporter Christian von Rechenberg vom Landesstudio Stuttgart auf Kerstin Abele auänerksam geworden. Mit Kameramann, Tonfrau und Assistentin ist er am Mittwochmorgen nach Aalen gefahren. Gegenüber der SchwäPo erläutert er die Hintergründe: Matthias Fornhoff, Chefder 19-Uhr-Nachrichten, wolle einmal die Woche positive Meldungen

in den Vordergrund rücken. Früher habe es geheißen, schlechte Nachrichten seien gute Nachrichten, sagt von Rechenberg. „Heute heißt es ,good news is good news‘. Die Logik hat sich geändert“. Die 26 Realschüler legten lhre Scheu vor der Kamera sclmell ab. Und der ZDF-Reporter lobte die Hauptdarstellerin: „Kerstin ist eine seth gute Protagonistin.“