Schwäbische Post | 9. Januar 2014

5b in den 19-Uhr-Nachrichten

ZDF-Fernsehteam filmt Rollstuhlfahrerin Kerstin Abele in der Realschule auf dem Galgenberg

Dreharbeiten auf dem Stundenplan: Ein Fernsehteam des ZDF hat die Aalener Rollstuhlfahrerin Kerstin Abele am Mittwochmorgen bei ihrem Unterrichtsbesuch in der Galgenbergrealschule begleitet. Die 5b legte ihre Scheu vor der Kamera schnell ab.

ALEXANDER GÄSSLER

Aalen. Wie ist der Unfall passiert, der zu ihrer Querschnittlähmung führte? Wie steigt sie ins Auto und wie fährt sie damit? Welche Probleme hat sie beim Einkaufen oder im Urlaub? Hat sie Kinder oder Haustiere? Derlei Fragen ist Kerstin Adele gewohnt. Dass sie bei ihren

Im Vordergrund sieht man das Kamera-Rollstuhlgespann und Kerstin Abele, im Hintergrund die aufmerksame Klasse.

Besuchen in Schulklmsen von einer Kamera begleitet wird, ist dagegen Premiere für die Aalenerin, die an der Realschule auf dem Galgenberg sozusagen Stammgast ist. "Sie ist regelmäßig bei uns", sagt Rektorin Heike Rieger-Schlenkemlann. Zuerst steht immer eine Stunde Theorie auf dem Stundenplan, dann dürfen die Schüler im RolstuHparcours ihre Runden drehen.

Kerstin Abele war 24 als sie mit dem Falnnad verunglückte. Beim Stwz auf einen Autoanhänger durchtrennte der achte Brustwirbel das Rückenmark. Mit Ihren Unterrichtsbesuchen will sie den Kindem vermitteln, dass Rollstuhlfahrer so viel Spaß am Leben haben können, wie "Fußgänger". Mit einer Quersclulittlähmung sei das Leben nicht zu Ende, betont sie. Übrigens: Verreisen ist mit dem Flugzeug einfacher als Busfahren oder Bahnfahren, wie sie sagt. Und im Auto bremst sie mit einem Bremsknauf und beschleunigt mit einem elektronischen Gasring am Lenkrad. Beim Einkaufen benutzt sie eine Umhängetasche statt eines Einkaußwagens. Haustiere und Kinder hat sie nicht. Dafür ist sie sehr sportlich, schwimmt gern und radelt viel mit dem "Handbike".

Durch ihr Engagement im Verein Behinderte helfen Nichtbehinderten ist ZDF-Reporter Christian von Rechenberg vom Landesstudio Stuttgart auf Kerstin Abele auänerksam geworden. Mit Kameramann, Tonfrau und Assistentin ist er am Mittwochmorgen nach Aalen gefahren. Gegenüber der SchwäPo erläutert er die Hintergründe: Matthias Fornhoff, Chefder 19-Uhr-Nachrichten, wolle einmal die Woche positive Meldungen

in den Vordergrund rücken. Früher habe es geheißen, schlechte Nachrichten seien gute Nachrichten, sagt von Rechenberg. "Heute heißt es ,good news is good news'. Die Logik hat sich geändert". Die 26 Realschüler legten lhre Scheu vor der Kamera sclmell ab. Und der ZDF-Reporter lobte die Hauptdarstellerin: "Kerstin ist eine seth gute Protagonistin."

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